Feng Shui im Wohnzimmer – Imperial Master Mark Sakautzky im Interview

– Warum sollte ich meine Wohnung nach Feng-Shui-Regeln gestalten?

Feng Shui ist eine sehr alte und bewährte Erfahrungswissenschaft mit universellen Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Die Chinesen haben das System über viele Jahrhunderte über genaue Naturbeobachtung entwickelt. Es spricht quasi Urverhalten in unserer menschlichen Wohnpsyche an und wir reagieren auf gutes wie auf schlechtes Feng Shui. Die Chinesen hatten rund 1.200 Jahr vor uns Papier und konnten Sachverhalte aufschreiben und aufzeichnen, rund 600 Jahre vor uns den Plattenbuchdruck, 400 Jahre vor uns den Typendruck und 100 Jahre vor uns den Druck mit beweglichen Metalltypen. Insofern konnten die Systeme immer verfeinert und weiterentwickelt werden, weil immer weiter auf dem vorhandenen Wissen aufgebaut wurde und wird. Bis heute! Was dabei entdeckt wurde ist nicht „chinesisch“ sondern universelle Architektur-, Wohn- und Raummuster, die wir auch heute noch adaptiert und modifiziert auf unsere Zeit und Lebensumstände anwenden können. Es ist ein sehr gut funktionierendes Urwissen!

– Unterscheidet sich das Wohnzimmer in Feng-Shui-Hinsicht grundlegend von anderen Räumen?

Ja! Weil sich hier alles trifft und es die Repräsentation unseres Selbst ist, bzw. wie wir unser vermeintliches Selbst darstellen wollen. Ob ein Single hier seine Freunde trifft oder sich die Familie vor dem TV versammelt, es ist ein Ort der Begegnung und hier treffen sich unterschiedliche Persönlichkeiten und Aspekte. Deswegen sind die Feng Shui Regeln hier nicht individuell personalisiert (wie z.B. im Schlafzimmer oder im eigenen Rückzugsraum oder persönlichem Büro), sondern hier wird „verbindlicher“ und „diplomatischer“ mit Feng Shui gearbeitet.

– Gibt es Möbel, die man grundsätzlich vermeiden sollte?

Alle Möbel, die wie Waffen und aggressiv aussehen. Ja, die gibt es! Manche Designer flippen völlig aus und konstruieren Möbel, die zwar spektakulär aussehen, aber ungemütlich sind. Nutzlose Designstücke. Wilde Farben und Muster und eine Formensprache, die überhaupt nicht unserem menschlichen Körper entspricht.

– Wie würden Sie Sofas und Sessel platzieren?

n den seltensten Fällen kann man alle Plätze optimal platzieren. Es gibt immer die „Power Position“, die jeder gern als erstes einnimmt. Von dort hat man Kontrolle über die Türen, Fenster und das Geschehen im Raum und dahinter eine solide Wand oder geschlossenen Regal. So setzt sich auch jeder in ein Restaurant, wenn man freie Sitzplatzwahl hat. Jede Sitzposition sollte eine Art Rückenschutz habe. Wenn das durch eine Wand nicht geht, evtl. mit Sideboard, Paravent, Pflanzen etc. Ferner achte ich darauf, dass man nicht im sogenannten Durchschuss sitzt, d.h. in direkter Linie zwischen zwei Türen oder Tür und einem großen Fenster.

– Welche Blickrichtung empfehlen Sie für die Sitzgelegenheiten?

Allgemein gelten die Regeln wie oben. Es gibt aber auch persönliche gute Richtungen, die aber anhand des Geburtsdatums einer Person errechnet werden können. Dazu gibt es auf meiner Homepage tiefer gehende Informationen. https://www.feng-shui-ms.com/de/feng-shui/persoenliche-kua-zahl.html

– Was raten Sie für die anderen üblichen Wohnzimmermöbel: Tisch Schränke, Regale etc.?

Beim Tisch achte ich darauf, dass es möglichst kein Glastisch ist. Aus Feng Shui Sicht kann der keine Energie oben halten und die gesamte Energie fließt durch die Glasplatte auf den Boden. Im asiatischen Raum bekommen sie zudem keinen Glastisch verschenkt, weil niemand beim Essen die Füße sehen will. Auch ein interessanter Aspekt.

Regal und Schränke habe ich gern geschlossen, weil das IMMER deutlich ordentlicher aussieht. Sie können noch so sehr aufräumen, eine offenes Regal mit allem möglichen Kram darin sortiert, gestapelt, nebeneinander aufgeschichtet etc. zieht immer zu viel Aufmerksamkeit auf sich und wirkt unruhig. Die Ausnahme ist eine schöne Bibliothek oder Bücherwand, wenn Sie gepflegt ist. Auch eine geschlossene Wand, die ein zwei offenen Spots für schöne Dekos oder spezielle Stücke (z.B. Kunst) hat ist ok.

– Welche Fußböden bevorzugen Sie? Was ist mit Teppichen?

Ich persönlich mag Parkett. Aber ok ist alles, was dem Menschen unter den Füssen Solidität und Ruhe vermittelt, also keine wilden Muster. Laminat mag ich gar nicht.

– Worauf sollte ich bei der farblichen Gestaltung achten?

Das wird im Feng Shui berechnet und zwar für jeden Raum und jede Funktion, die ein Raum haben mag. Ein Schlafzimmer ist anders als die Küche. Aber selbst ein Schlafzimmer ist nicht immer gleich. Ein junges, frisch verliebtes Paar nutzt ein Schlafzimmer anders als ein Paar, was schon 11 Jahre verheiratet ist. Zumindest aus meiner Beratungserfahrung heraus. 😉 Da kann es sein, dass man bewusst mit Feng Shui „Action“ über Farben reinbringt, um da mal wieder Champagner zu Zweit zu trinken.

– Wie platziere ich technische Geräte im Wohnzimmer?

Möglichst unsichtbar. Heutzutage ist das Understatement die Aussage, das „Image“. Jeder der heute sagt, er habe Zeit und Ruhe, um Dinge zu machen, ist privilegierter, als der gehetzte Manager und wir alle, die wir uns nur noch überfordert und gestresst fühlen, weil alles simst, whats apped, mailed, piept, brummt, signalisiert, vibriert, signalisiert. Schrecklich!!!

Das noch viel größere Problem ist Esmog. Ich glaube wlan, wifi, Handysignale, Bluetooth etc. wird uns gesundheitlich in den nächsten 10-20 Jahren extrem beschäftigen, da erst so langsam bekannt wird, wie sehr das Immunsystem des Menschen darunter leidet. Das sind ganz leise und schleichende Prozesse.

Es gibt in der Baubiologie mittlerweile sehr gute Abschirmsysteme, Matten, Textilien und sogar Tapeten, die uns helfen, besser mit den enormen Strahlungseffekten umzugehen.

– Viele Wohnzimmer sind stark auf den Fernseher ausgerichtet – ist das für Sie vertretbar?

Nein. Jeder Raum hat quasi eine Visitenkarte, „den“ Aufmerksamkeitspunkt und das ist häufig der Fernseher. Noch mehr Infos, noch mehr Signale, noch mehr weg von sich selber sein – immer woanders, nie im Hier und Jetzt. Zum Glück produzieren die heutigen Bildschirme deutlich weniger Esmog als die alten Röhrenfernseher, das waren richtige Esmog Keulen, genau wie heute die unsäglichen DECT Telefone. Die pulsen ständig. Die neuen Modelle kann man zumindest im ECO Modus runterregeln.

– Haben Sie Tipps für eine Feng-Shui-gemäße TV-Nutzung?

Je weniger man den Fernseher sieht, um so besser. Samsung hat da meiner Meinung mit dem „Frame“ TV einen guten Ansatz, weil man den Fernseher nicht als Fernseher erkennt, sondern da hängt ein Bild an der Wand.

Feng Shui Nutzung? Hmmmmm…so wenig wie möglich den Fernseher anmachen. Nur Dinge ansehen, die wirklich interessieren. Sich bewusst sein, wie schnell wir alle schon komplett reizüberflutet sind und uns dann noch mehr Reize reinholen, indem wir Dinge schauen, die noch mehr Reize anliefern. Wir sind doch nach einem normalen Tag mit Arbeit, Familie, Heim, Haus und Hund doch eh schon platt. Dann schau ich doch lieber etwas, das mich wirklich interessiert, was mich inspiriert und nicht nur bedröhnt. Was ist mit malen, Spiele spielen, basteln, lesen und die gute Unterhaltung mit meiner Familie, Freunden, Mitmenschen? Oder mal gar nichts tun, um sich selber mal wieder zu spüren.

– Was für Bilder würden Sie an die Wände hängen – und wie sollte man sie anordnen?

Das ist ähnlich wie bei der Farbe – das wird im Feng Shui berechnet. Nicht das Bild selber, sondern Motiv und Farbe. Beispiel: ein Raum braucht aus den Feng Shui Berechnungen heraus das Element Feuer. Die Bildersprache kann nun alles mögliche sein: Lagerfeuer, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, rote Farben, ein Feld mit Klatschmohn. Auch hier finde ich den Frame TV ganz gut, weil ich da Bilder einspielen kann, die genau dem Element entspreche, was der Raum braucht.

– Wie sollte man das Wohnzimmer beleuchten?

Ich halte ja gar nichts von den üblichen Energiesparlampen. Baubiologisch und ökologisch eine Katastrophe bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Ganz schlimm! Am liebsten die gute alte Glühlampe in Verbindung mit guter und qualitativ hochwertiger LED Beleuchtung. Ein Wohnzimmer – wie alle anderen Zimmer auch – braucht immer Yang, Hell und Dunkel, weiches und hartes Licht. Das heißt, der Raum sollte eine gute Mischung von beiden haben. Im hochwertigen Ladenbau sehen sie das auch sehr häufig. Auch hier gibt es mittlerweile so viel Möglichkeiten und die unterschiedlichsten technischen Lösungsmöglichkeiten – am besten mit einem kompetenten Lichtplaner arbeiten.

– Welche Pflanzen empfehlen Sie?

Alles was pflegeleicht ist, wenn man nicht gerade Pflanzen als Hobby hat. Die beliebte Yukka mit den spitzen Blättern ist ganz schlimm. Die Pflanze hat gelernt, mit äußerst aggressiven Umwelteinflüssen klar zu kommen, also im Büro vier Wochen ohne Wasser und in der Wüste ebenso und sieht entsprechend aus. Das ist eine sehr wehrhafte und toughe Pflanze und das spürt man. Ich habe am liebsten Pflanzen die weiche, fließende, runde, ovale oder amorphe Blätter haben. Es gibt auch Pflanzen, die bei Esmog helfen. Das kann man sehr leicht im Internet recherchieren und entscheiden, welche für mich persönlich am besten geeignet ist oder was für einen ESmog die Pflanzen mildern sollen.

http://www.enius.de/wohnen/schadstoffreduzierende-pflanzen.html

– Wenn ich die Wahl habe, welchen Raum ich zum Wohnzimmer mache, wovon hängt die Entscheidung ab?

Licht und die Möglichkeit für mich die „Power Position“ (siehe oben) einzurichten. Generell finde ich den Südosten, Süden und/oder Südwesten gut, weil wir hier viel Yang durch den Sonnenstand haben und Wohnzimmer ist Yang, im Verhältnis zum Schlafzimmer (Yin).

– Wenn man einmal das Zimmer optimal eingerichtet hat, wieviel spontane Änderungen darf es geben?

Warum soll man etwas ändern, was optimal ist? Änderns sollte man dann was, wenn man sich nicht wohl fühlt oder meint, man braucht mal einen neuen Impuls oder irgendwas läuft schräg. Wenn  ich meine Kunden frage, ob sie gut schlafen und das wird begeistert bejaht – warum soll ich am Schlafzimmer was ändern, nur weil eine Feng Shui Berechnung mir sagt, das ist Mist, so wie das Bett steht? Es gibt so viele Aspekte zu berücksichtigen, Feng Shui ist ja nur ein – aber durchaus wichtiger – Aspekt. Jeder Mensch ist eine komplexe Persönlichkeit mit individuellen Neigungen und Vorlieben. Dazu kommt die Baubiologie und welche Materialien verbaut wurden. Es gib radiästhetische Phänomene (z.B. Wasseradern, Verwerfungen) und geomantische Besonderheiten (Leylines, Kraftlinien in der Erde, alte Kultplatzenergien, Proportionskonzepte, historische und noch wirksame Steinsetzungen etc.). So ist z.B. das Richtfest eine alte geomantische und kultische Handlung.

– Zerstört Unordnung das Feng Shui?

Definitiv.

– Empfehlen Sie irgendwelche besonderen Einrichtungsgegenstände, die nicht jeder auf dem Schirm hat?

Nein. Wichtig ist, das man die Feng Shui Beratung mit den eigenen Mitteln und präzise umsetzt. Wir brauchen keine chinesischen Inneneinrichter, um gutes Feng Shui zu machen. Wir brauchen Möbel, Materialien, Symbole die in unserem Kulturkreis verankert sind, zu denen wir einen inneren Bezug haben. Feng Shui berechnet diese Akupunkturpunkte oder Sitz- und Schlafpositionen, um diese Energie lebendig werden zu lassen. Da muss kein chinesischer Drache in der Ecke hängen, das kann auch mein ganz persönliches Kraftsymbol sein. Deswegen sage ich, Feng Shui ist ein universelles Wissen, was überall erfolgreich eingesetzt werden kann.

Eine gute Feng Shui Beratung sieht man nicht, man spürt sie. Feng Shui ist keine „Schöner Wohnen“ Einrichtungslehre, sondern Energie Architektur und wie ich die vorhandenen Energien optimal für mich nutzen kann.

– Welche Aktivitäten gehören aus Ihrer Sicht ins Wohnzimmer und welche nicht?

GO: Treffpunkt, Spaß haben, mich mitteilen, Freunde, Familie, Musik hören, TV, lesen, Kommunikation

NO GO: kranke und miese Pflanzen, Unordnung, Mischung von kochen, essen, Büro und ständiger Kindergarten, Wäsche aufhängen

Mehr zu Master Mark Sakautzky unter https://www.feng-shui-ms.com/de/

und der Feng Shui Blog https://www.feng-shui-ms.com/blog/wordpress/

Master Mark Sakautzky bildet vom Berufsverband zertifizierte Feng Shui Berater an der Internationalen Feng Shui Akademie (IFSA) in Hamburg (Ahrensburg) aus. Seine Geschäftspartnerin, Master Nicole Finkeldei, tut dies in Frankfurt (Bad Homburg):

https://www.internationale-feng-shui-akademie.de

Soeben ist ein lebendiges und interessantes Interview Hybrid und Multi Media Buch erschienen „Imperial Feng Shui Master Mark Sakautzky“, bestellbar bei Amazon: https://tinyurl.com/yda3a3a6 

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